Berlins Eleganz – Frida Weyer beweist, dass auch Couture in der Hauptstadt zuhause ist
Mercedes-Benz Fashion Week Berlin F/S 2012: Frida Weyer
Berlin als Modestadt ist vor allem für seine Streetwear und einen gewissen Hang zur Trashästhetik bekannt. Dass dies jedoch längst nicht alles ist, was in den hauptstädtischen Kreativköpfen vorgeht, beweist Designerin Frida Weyer. Unter gleichem Namen bietet ihr Label seit 2008 hochwertige Abendkleider an, die eine gewisse Passion für die Haute Couture der Designerin symbolisieren.
In diesem Jahr überrascht die Esmod-Absolventin bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin mit einer Kollektion, die ein lässigeres Gefühl vermittelt, ohne an der markanten Eleganz des Hauses zu verlieren. Neben den obligatorischen Roben, die das Markenzeichen der Berlinerin sind, ist die Silhouette Frida Weyers für die Saison Spring/Summer 2012 vor allem geprägt von Miniröcken und kurzen Kleidern. Kombiniert zu zierlichen Blusen oder veredelt durch fetzenartige Stoffbänder, die lässig den Körper umspielen, vermitteln diese eine besonders legere Stimmung, die von weiten Maxiröcken- und Kleidern fortgetragen wird. Die große Vielfalt an Farben, die sich von unterschiedlichen Blaunuancen, über leichte Grautöne und Weiß bis hin zu Gelb und Orange erstreckt, unterstreicht den sehr lebhaften Charakter der Kollektion.
Besonders auffallend sind die spannenden Musterungen und Stoffdrucke derer Frida Weyer sich bei der Entwicklung der Linie bedient hat. In stimmigen Farbkombinationen erinnern diese in ihrer Wischästhetik an abstrakte Malerei. Eine Inspirationsquelle mit der sich Weyer aktuell in bester Gesellschaft befindet, haben beispielsweise sowohl Carolina Herrera für den kommenden Winter, als auch Oscar De La Renta mit seiner neuen Cruisecollection, eine auf Stoff gedruckte Liebeserklärung an die abstrakte Malerei verwirklicht.
Zum Ende der Show zeigte Frida Weyer, die für die Show mit dem Berliner Schuhlabel ZIGN kooperierte, wieder ihre berühmten Roben. Reich an Stoff und mit unzähligen Rüschen bestückt tragen diese ganz klar die sehr weibliche und verspielte Handschrift der Designerin. Den Abschluss machte ein champagnerfarbendes Brautkleid. Dieses ist vom asymmetrisch geschnittenen Bustierteil bis zu den Knien in unzählige Falten eng an den Körper gelegt, um dann in ausladende Rüschen auseinander zu springen. Das Publikum belohnte Frida Weyer und ihre Kollektion mit reichlich begeistertem Beifall.
(Text: Manuel Almeida Vergara)









